Ich spüre einfach nichts – stimmt das wirklich? (Die Wahrheit über Intuition)

Ich höre diesen Satz fast jede Woche: „Ist das überhaupt was für mich? Ich bin doch so ein Kopfmensch.“ Und ehrlich, ich halte das für einfach mal ein Gerücht. 

Was dich hier erwartet: Warum so viele Menschen überzeugt sind, keine Intuition zu haben – und warum das fast immer eine antrainierte Überzeugung ist, kein tatsächlicher Mangel. 

„Ist das überhaupt was für mich?“ 

Ich komme ursprünglich aus der Psychologie und Psychotherapie. Dort haben wir viel vom Kopf her gesprochen, viel Diagnostik gemacht, viel geredet – und meine Patienten haben mir auch viel vom Kopf her erzählt. In der energetischen Arbeit ist das anders. Da arbeite ich viel, viel stärker mit der Intuition, mit dem Gefühl. 

Und genau da kommt bei vielen Menschen, die mit mir arbeiten wollen, dieselbe Frage: Ist das denn überhaupt was für mich? Ich bin so ein Kopfmensch, oder ich spüre da nichts, oder ich weiß nicht, ob ich dem, was ich spüre, vertrauen kann. 

Wie wir lernen, unserer Intuition zu misstrauen 

Stell dir vor, ein Baby kommt auf die Welt. Im Mutterleib hast du alles, was du brauchst – immer die perfekte Temperatur, immer Nahrung, immer den Herzschlag deiner Mutter. Du bist nie allein, nie hast du Angst. 

Und dann wirst du geboren. Fremde Hände fassen dich an, es ist zu hell, es ist zu kalt, alles ist neu. Du gibst ein Signal, dass dir das nicht gefällt. Vielleicht weinst du. Und manchmal reagiert erstmal niemand. 

Genau dieses Muster wiederholt sich immer wieder, klein und alltäglich. Dein Baby spürt, es muss aufs Klo, gibt ein Signal – und wir Eltern haben oft verlernt, darauf zu reagieren. Es passiert drei, vier, fünf, zwanzig Mal. Was lernt das Baby dabei? Es bringt nichts, das zu signalisieren. 

Später ist es dein Kind, das im Winter sagt: Mir ist aber nicht kalt. Und du, als schlaue Mutter, ziehst ihm trotzdem die Jacke an. Oder du bist in der Schule, malst gerade mit ganzer Freude – und dann klingelt die Glocke, vorbei, jetzt ist Mathe dran. Immer wieder dieselbe Lernerfahrung: Meine Intuition wird nicht ernst genommen. 

Ich sage deshalb: Wir alle, zu vielleicht 90,9 Prozent, wenn wir nicht in ursprünglichen Stammesgesellschaften großgeworden sind, wurde uns abtrainiert, auf unsere Intuition zu hören. Nicht weil sie fehlt. Sondern weil sie nie gehört wurde. 

Wenn 99 Prozent plötzlich doch etwas spüren 

Genau da setzt meine Arbeit an, zum Beispiel im Kurs im Heilen. Wir machen Übungen, bei denen eine Frau in die Mitte der Gruppe gestellt wird – online oder offline -, und alle anderen nehmen sie wahr. Danach gleichen wir ab: Was hast du gespürt, und was hat sie selbst über sich erzählt? 

Über 60 Menschen haben den Kurs im Heilen inzwischen gemacht, dazu Hunderte Einzelsitzungen. Und in 99 Prozent der Fälle können die Teilnehmerinnen etwas wahrnehmen. Sofort. In der ersten Stunde kommt fast immer dasselbe Gefühl: Krass, ich kann das ja. Ich bin damit nicht allein, ich bin nicht verrückt. 

Und was ist mit dem einen Prozent? 

Vielleicht denkst du jetzt: Ich bin wahrscheinlich genau die eine, die nichts spürt. Und das Spannende ist: Meistens ist das selbst die richtige Wahrnehmung. 

Manchmal steht eine Frau in der Mitte, die große Angst hat, wahrgenommen zu werden, oder die innerlich wie erstarrt ist. Wenn du so jemanden wahrnimmst, kann genau das bei dir zu dem Gefühl führen: Ich spüre gerade nichts. Und manchmal bist du selbst gerade in einem Stress- oder Schutzmodus, in dem wenig durchkommt. Auch dann ist das „ich spüre nichts“ keine falsche Antwort. Es ist eine Antwort. 

Eine kleine Übung zum Ausprobieren 

Wenn du das selbst testen willst: Stell dir eine Pflanze vor – irgendeine, die du kennst. Nimm sie dir gedanklich auf die Hand, oder werde für ein paar Sekunden ganz zu dieser Pflanze. Reise dann mit ihr zurück zu ihrem glücklichsten Moment, zum Beispiel als sie geblüht hat. Spür mal, wie sich dein Körper dabei verändert. 

Wichtig dabei: Nimm nie wildfremde Menschen wahr, die dich nicht darum gebeten haben. Das gehört sich einfach nicht. Themen, Pflanzen, Situationen – das ist ein guter, sicherer Einstieg. 

Eine Frau, die den Kurs im Heilen im Selbststudium gemacht hat, schrieb mir kürzlich: Sie fühle sich besser, wenn sie in Verbindung mit sich selbst sei, könne im Alltag intuitiver wahrnehmen, was ihr guttue – und ihre Freude wachse. Genau das ist es, was ich immer wieder sehe. 

Eine Frage zum Mitnehmen: 
Wo in deinem Alltag hast du zuletzt einen Impuls gespürt – und ihn wegargumentiert, bevor du ihm überhaupt eine Chance gegeben hast? 

Falls du selbst anfangen willst, deiner Wahrnehmung wieder zu vertrauen: Im Heilungskompass zeige ich dir die ersten einfachen Werkzeuge dafür – kostenlos, ganz ohne Vorwissen. 

Hör dir die ganze Folge in meinem Podcast an.

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